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önj Wildnis Camp 2010
Entwöhnung von Computer und Cola
Zum bereits siebenten Mal fand das Wildnis Camp der önj Steiermark heuer statt. Den 18 Kindern wurde auch diesmal wieder ein abwechslungsreiches und spannendes Programm geboten: Das begann mit der Erforschung der Grasslhöhle und dem Baden in der Raab, ging über Waldhaus bauen, Schnitzeljagd, Insekten fangen und diverse Geländespiele bis hin zur Öko-Rallye, bei der tolle Preise zu gewinnen waren. Abends gab es Lagerfeuer, Nachtwanderungen, eine Mutprobe, das beliebte Pfeiferlspiel sowie zum Abschluss die große önj-Disco. Die Sportlichen kamen zudem bei Fuß- und Völkerball auf ihre Kosten, die Kreativen konnten sich beim T-Shirt bemalen auszeichnen.

Beim Baden in der Raab. Foto: Stefan Großmann.
Dennoch gab es für die Kinder vor allem am Anfang Grund zu jammern. Das lag weniger am Programm selbst, sondern vielmehr an der Tatsache, dass vielen anscheinend elementare Bestandteile ihres Lebens fehlten. So mussten sich die Betreuer dafür rechtfertigen, dass kein Fernseher vorhanden war. Ein Teilnehmer erklärte am Abschlussabend gar, es müsse früh ins Bett, damit er morgen fit sei, um sein Computerspiel nachzuholen, das er jetzt eine Woche nicht fortsetzen konnte. Auch dass Handys, Gameboys und sonstige elektronische Geräte nicht erwünscht waren, machte einigen Kindern offenbar Probleme – ganz nach dem Motto: Was soll man denn sonst tun, wenn man eine Stunde Mittagsruhe im Zimmer hat?

Welches Tier ist das? Foto: Peter Fötsch.
Und es gab auch noch einen zweiten Grund, sich zu beschweren: Es gab nirgends eine Möglichkeit, Cola, Eis oder Naschzeug zu kaufen. Dabei wurden die meisten Kinder damit ohnehin bereits vor Lagerbeginn von den Eltern übermäßig eingedeckt. Und bei Fruchtsaft, Milch, Tee, Kakao sowie Müsli, Schwarzbrot, Marmelade, Wurst, Käse, Äpfeln, Tomaten, Paprika, Gurken, Salat, Spaghetti, Schinkenfleckerl, Grillwürstel, Steckerlbrot, Folienkartoffeln, Mais, Kaiserschmarrn und Kuchen ist für das leibliche Wohl sowieso mehr als gesorgt.

Unter der Becherlupe . Foto: Peter Fötsch.
Was also tun? In Zukunft alles erlauben? In einer internen Besprechung beschloss das Betreuerteam das genaue Gegenteil: Urlaub von Handy, Computer, Fernseher, Cola und Süßigkeiten sind eigentlich eine Stärke des Wildnis Camps. Bei einem aufregenden Programm und einer guten, gesunden Kost vergessen die Kinder schnell, was sie am Anfang störte – so war es auch dieses Jahr. Man kann sehen, wie sie sich im Laufe der Woche immer mehr auf die Inhalte einlassen und sich dann plötzlich dafür interessieren, wie denn eigentlich die ganzen Baumarten heißen. Genau auf diesen Bonus können in Zukunft alle önj-Sommerlager setzen – und das ganz bewusst, denn diese Entwöhnung von Cola und Computer ist eine der ganz großen Stärken der önj!
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